Definition
Ein nach dem Urteil gestellter Antrag, das Gericht zu ersuchen, eine zuvor erlassene Anordnung zur Vermögensaufteilung erneut zu prüfen und zu ändern oder aufzuheben, üblicherweise mit bestimmten rechtlichen Begründungen wie neu entdeckten Beweismitteln, Schreibfehlern, Irrtümern oder Rechtsanwendungsfehlern.

Prinzip

Prinzip
Wahrt die Endgültigkeit gerichtlicher Entscheidungen, erlaubt aber die Korrektur von Fehlern, die die Fairness oder Richtigkeit der Vermögensaufteilung erheblich beeinträchtigen; der Antrag muss eine enge gesetzliche oder billige Grundlage für die Wiederaufnahme angeben, nicht eine erneute Streitverhandlung.

Demonstration

Demonstration
Nach Erlass einer Vermögensaufteilungsanordnung entdeckt eine Partei ein im Verfahren nicht genanntes Vermögen und beantragt die Überprüfung, wobei sie Kontoauszüge vorlegt, die zeigen, dass das Vermögen bereits zum Teilungszeitpunkt bestand.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Den Antrag als Ersatz für eine fristgerechte Berufung zu benutzen, um faktische Feststellungen erneut zu bestreiten oder Unzufriedenheit mit der richterlichen Ermessensausübung ohne neue Beweise oder Rechtsfehler vorzubringen.

Konsequenz

Konsequenz
Wird dem Antrag stattgegeben, kann das Gericht die Anordnung abändern, das Protokoll berichtigen, unterlassene Vermögenswerte zuordnen oder eine neue Verhandlung ansetzen; bei Ablehnung bleibt die ursprüngliche Verteilung vollstreckbar und die Partei muss ggf. das Rechtsmittel ergreifen.

Umkehrung

Umkehrung
Eine Verfügung, die Endgültigkeit anordnet und eine Wiederaufnahme ablehnt, indem das Gericht ausdrücklich erklärt, dass die Vermögensaufteilung unveränderlich ist und Revisionsanträge nur in außergewöhnlichen Fällen zulässig wären.

Abgrenzung

Abgrenzung
Beschränkt auf nachurteiliche Abhilfe bei Vermögensaufteilungsanordnungen; ersetzt keine Rechtsmittel bei höheren Instanzen, kann nicht zur Änderung von außerhalb der Vermögensaufteilung liegenden Fragen (z. B. Sorgerecht) verwendet werden, es gelten Fristen und Beweisstandards.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Unterscheidet sich von Berufung, Antrag auf neues Verfahren oder Antrag auf Aufhebung: Berufungen rügen Rechtsfehler bei einer höheren Instanz; Anträge auf neues Verfahren beanstanden das Prozessgeschehen; Aufhebungsanträge können Nichtigkeit geltend machen — jede prozedurale Grundlage hat eigene Anforderungen.

Synthese

Synthese
Ein eng begrenztes Korrekturmittel zur Berichtigung wesentlicher Fehler oder neu entdeckter Tatsachen in einer Vermögensaufteilungsanordnung, das Endgültigkeit und Gerechtigkeit abwägt und spezifische, zeitnahe Begründungen verlangt, um eine richterliche Vermögenszuteilung zu ändern.