Definition
Ein rechtlicher Antrag, der gestellt wird, um die Durchsetzung einer bestehenden Umgangsregelung zu erzwingen, wenn ein Elternteil, Vormund oder Dritter die gerichtlich angeordneten Besuchszeiten nicht einhält.

Prinzip

Prinzip
Gerichte setzen Umgangsregelungen durch, um die gerichtliche Autorität zu wahren und sicherzustellen, dass Kinder die gerichtlich bestimmten Kontakte behalten; die Abhilfen sind dem Verstoß angemessen zu wählen.

Demonstration

Demonstration
Elternteil B stellt einen Antrag auf Durchsetzung des Umgangs, nachdem Elternteil A wiederholt vereinbarte Besuche ohne gerichtliche Erlaubnis abgesagt hat, und beantragt Nachholtermine sowie Anordnungen zur Verhinderung weiterer Behinderungen.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Durchsetzungsanträge als Druckmittel in nicht verwandten Streitigkeiten verwenden oder alltägliche elterliche Auseinandersetzungen als vollstreckbare Verstöße darstellen, ohne einen klaren Verstoß nachzuweisen.

Konsequenz

Konsequenz
Erfolgreiche Durchsetzung kann abhilferechtliche Maßnahmen wie Nachholbesuche, Geldstrafen, zivilrechtliche Sanktionen oder Anordnungen zur Beschränkung behindernden Verhaltens bewirken, um den Zugang des Kindes wiederherzustellen.

Umkehrung

Umkehrung
Auf die Durchsetzung zu verzichten erlaubt fortgesetzte Nichtbefolgung und untergräbt die praktische Wirksamkeit von Umgangsregelungen sowie die Fähigkeit des Gerichts, die Beziehungen des Kindes zu schützen.

Abgrenzung

Abgrenzung
Richtet sich gegen Verstöße gegen bestehende, vollstreckbare Umgangsregelungen; schafft keine neuen Besuchsrechte und unterscheidet sich verfahrensrechtlich von Änderungs- und Missachtungsanträgen.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Eng verwandt mit Missachtungsanträgen: Der Durchsetzungsantrag zielt auf korrigierende Maßnahmen ab, während Missachtung die vorsätzliche Nichtbefolgung behauptet und oft punitive Sanktionen anstrebt.

Synthese

Synthese
Ein prozessuales Mittel, das die Einhaltung von Umgangsregelungen durch korrigierende Maßnahmen erzwingt, um den gerichtlich geregelten elterlichen Kontakt wiederherzustellen und künftige Verstöße abzuschrecken.