Definition
Ein strukturierter, evidenzbasierter Prozess oder ein Instrument, das von Fachkräften verwendet wird, um die Wahrscheinlichkeit, Schwere und Unmittelbarkeit künftiger familiärer Gewalt oder damit zusammenhängender Schäden abzuschätzen; dabei werden historische Indikatoren, kontextuelle Faktoren, Verwundbarkeit der Opfer und Merkmale des Täters berücksichtigt.
Prinzip
Prinzip
Systematische, transparente und empirisch fundierte Indikatoren in Verbindung mit fachlicher Einschätzung verwenden, um Risikostufen zu identifizieren und angemessene Interventionen, Überwachung und Schutzmaßnahmen zu steuern.
Demonstration
Demonstration
Eine Fachkraft für Sozialwesen füllt ein validiertes Instrument aus, das frühere Übergriffe, Erstickungsversuche, Waffenbesitz, Eskalationsmuster, Substanzmissbrauch und Drohungen bewertet; die Einstufung als Hochrisiko führt zu sofortiger Sicherheitsplanung, Benachrichtigung des Kinderschutzes und Prüfung von sofortigen Sorgerechtsanpassungen.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Sich ausschließlich auf einen aktuarischen Score zu verlassen ohne qualitative Kontextinformationen, kulturelle Kompetenz oder aktuelle dynamische Daten; die Bewertung als endgültigen Beweis für Schuld zu verwenden statt als Leitfaden für Risikomanagement.
Konsequenz
Konsequenz
Eine gut durchgeführte Bewertung informiert zielgerichtete Sicherheitspläne, priorisiert Ressourcen für Hochrisikofälle, unterstützt fundierte gerichtliche Entscheidungen zu Sorgerecht und Schutzanordnungen und verbessert die Zuweisung von Überwachungs‑ bzw. Interventionsdiensten.
Umkehrung
Umkehrung
Ohne Risikobewertung sind Reaktionen eher reaktiv, inkonsistent und weniger individualisiert, wodurch die Wahrscheinlichkeit steigt, Hinweise zu übersehen und vermeidbare Schäden zu erleiden.
Abgrenzung
Abgrenzung
Gilt für Situationen mit Gewalt zwischen Partnern, Kindesmisshandlung im familiären Kontext, Misshandlung älterer Menschen durch Familienangehörige und verwandte familiäre Risikoszenarien; es ist keine strafrechtliche Verurteilung, keine psychiatrische Diagnose und keine sichere Vorhersage, sondern ein probabilistischer Leitfaden.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Wettbewerb mit allgemeinen Risikobewertungsrahmen (z. B. psychiatrische Werkzeuge zur Gewaltprognose) und mit adversen juristischen Verwendungsformen; Bewertungen familiärer Gewalt priorisieren Sicherheitsmanagement über die Feststellung rechtlicher Schuld.
Synthese
Synthese
Eine Risikobewertung familiärer Gewalt kombiniert validierte Indikatoren und fachliche Einschätzung zu einer probabilistischen Beurteilung des Schadensrisikos und lenkt zeitnahe Sicherheits-, rechtliche und dienstleistungsorientierte Maßnahmen, die auf den familiären Kontext zugeschnitten sind.