Definition
Der strukturierte Prozess, das fachliche Gutachten und der Bericht zur Schätzung des wirtschaftlichen Werts einer Beteiligung an einem nicht börsennotierten Unternehmen für Vermögensaufteilung, Ausgleichszahlung oder Unterhaltsberechnung im Scheidungsverfahren.

Prinzip

Prinzip
Die Bewertung soll anerkannte Bewertungsansätze (Ertrags-, Markt-, Substanzansatz) und Anpassungen (Normalisierung von Erträgen, Minderheits-/Marktfähigkeitsabschläge oder Zuschläge) unter Berücksichtigung des ehelichen Kontexts und des Bewertungsstichtags anwenden.

Demonstration

Demonstration
Ein Ehepaar besitzt ein kleines Fertigungsunternehmen; ein Sachverständiger normalisiert Vorstandsgagen, bereinigt einmalige Geschäftsvorfälle, projiziert Cashflows und wendet einen passenden Marktmultiplikator an, um einen Bewertungsbericht zur Ermittlung eines Ausgleichsangebots zu erstellen.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Die Anwendung der Marktkapitalisierung einer börsennotierten Gesellschaft ohne angemessene Vergleichskontrollen, das Unterlassen von Normalisierungen bei verbundenen Transaktionen oder das Ignorieren von gesetzlichen Bestimmungen zur Teilbarkeit des Vermögens.

Konsequenz

Konsequenz
Ergibt eine vertretbare Geldgröße, damit Gerichte oder Verhandlungsparteien Geschäftsanteile gerecht aufteilen, Ausgleichszahlungen bestimmen oder den Wert in die Berechnung des ehelichen Nettovermögens einbeziehen können.

Umkehrung

Umkehrung
Das Unternehmen ausschließlich als unteilbares Objekt behandeln ohne zahlenmäßige Bewertung oder sich allein auf steuerliche Buchwerte bzw. historische Kosten ohne Bezug zum Markt stützen.

Abgrenzung

Abgrenzung
Umfasst Bewertungen von Anteilen an nicht börsennotierten Unternehmen und eng gehaltenen Aktien im familienrechtlichen Kontext; schließt reine Marktnotierungen börsennotierter Wertpapiere aus, sofern die Beteiligung nicht Gegenstand des Streits ist.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung zwischen 'Fair Market Value' (marktbezogener Rechtsmaßstab) und 'Fair Value für eheliche Zwecke' (der eheliche Beiträge, Kontrollprämien oder Abschläge berücksichtigen kann) erfordert eine klare Begriffsbestimmung in jedem Fall.

Synthese

Synthese
Die Unternehmensbewertung im Scheidungsfall wendet finanzielle Bewertungsmethoden auf Beteiligungen an, passt diese an eheliche Verhältnisse und rechtliche Standards an und liefert einen Bericht, der Eigentum in einen verteilbaren Geldwert umsetzt.